Donnerstag, 1. April 2010

Vulkan ganz nah, der zweite Versuch

Nachdem es ja Sonntag nicht geklappt hatte, wagten wir einen neuen Versuch. Þórsmörk wurde fuer den Verkehr freigegeben und von dort aus ist der Weg nach oben zur Eruptionsspalte bedeutend kuerzer. Ich beschloss, dass Þormar uns mit dem Bus hineinfaehrt, da wir keinen Jeep mit breiten bzw.38'' Reifen haben. Dafuer haben wir aber die beiden dicken Busse. Christiane, die Paerchen, welches bei ihr auf dem Hof arbeitet und vier Amerikaner, die bei ihr gastierten, haben wir unterwegs eingeladen und sind zu neunt mit einem 43er Bus nach Þórsmörk gefahren. Da jeder von uns ein wenig Verspaetung hatte, kamen wir erst gegen halb sieben in Básar an. Um sieben begannen wir den Aufstieg zum Útigönguhöfði (im Folgenden Útidings genannt). Þormar rannte einer Bergziege gleich den steilen, unwegsamen Hang hinauf und wartete in regelmaessigen Abstaenden auf uns. Dahinter beeilten sich die Amis, dann Lisa und Moritz und zum Schluss Christiane und ichganz gemuetlich. Geschickterweise hatte ich mein Asthmaspray zu hause gelassen und so konnte man mich auf grössere Entfernung schnaufen hören.
Nach einiger Zeit - sozusagen ca. 20min vor dem entgueltigen Ziel hörten wir Schreie. "Halló, halló... STOOOOOOP" Ein Maedel von der Björgunarsveit, der Rettung schrie nach uns. Nach Klaerung der Lage kam heraus, dass die Gegend umgehend geraeumt wird da sich eine weitere Eruptionsspalte geöffnet hatte. Na toll! ******biep********** wieder nicht ans Ziel gekommen, grossartig, verfl....sch....Vulkanblödermistundsoweiter. Von unserem Standpunkt aus hatten wir zwar eine wirklcih gute Sicht, aber es war WEIT WEG. Also wieder runter vom Berg, alle Muehe mehr oder weniger umsonst.
Unten angekommen fragt uns einer der Guides ob wir uebernachten wollten. - Nein, wollten wir nicht. - Oh doch, ihr wollt. Der Weg aus dem Tal ist gesperrt.
Grossartig!!!! Alle in die Wanderhuette... gemuetliche 30Mann-Huette. Alle schlafen in einem Raum, irgendwo, kalt, stickig, muffig. Also erstmal die spaerlichen Vorraete ausgepackt, sich mit der Situation abgefunden und eingerichtet. Nachdem wir uns gegen elf alle hingelegt hatten, kam die Nachricht, dass wir vielleicht doch fahren könnten, aber voraussichtlich erst morgen frueh.
Um zwölf haben sie den weg fuer die grossen Jeeps freigegeben, worauf Þormar meinte, er fuehre jetzt auch und zwar sofort. Binnen weniger Minuten waren wir neun im Bus und davon. An dieser Stelle ein Dankeschön an die Polizei in Hvolsvöllur, die sich gegen die Offiziellen in Reykjavæik durchgesetzt haben. Alle haben sich gefragt: Was bitteschön bringt es mehr als 100 Leute in einem Tal festzusetzen, das nicht mehr als 64 Schlafplaetze hat, keine Vorraete oder sonstiges? Am besten sei es doch alle möglichst schnell aus dem Tal heraus! zu schaffen bevor! das Wasser kommt. Denn dann geht erstmal nichts mehr. Gegen halb vier waren Þormar und ich dann endlich zu hause. Schön war es irgendwie trotzdem....
Es wird also an dieser Stelle eine Fortsetzung kommen, denn ich MUSS mir das aus der Naehe ansehen.

Das Ganze in Bildern.
Man nehme einen Bus
fahre damit nach Þósmörk und gehe wandern auf den Útidings. Dort sieht man beim Hochlaufen... die Sonne untergehen.
Die Berge rauchen. (Kurz vorher hat sich genau dort diese neue Spalte geöffnet)
ein wenig spaeter und einige Meter höher dann plötzlich dieses Bild (die Dampfwolke links kommt aus der Hrunagil, dort fliessen jetzt zwei oder sogar drei Lavaströme hinein)
und dieses
auf dem deprimierenden Rueckweg dann dieses
(Keiner hatte etwas gesagt von "schnell und ohne Umschweife" runter ins Tal. Und wenn ich schonmal da oben bin, mache ich auch Bilder)
Von der Huette aus dann dieser Ausblick
In diesem Sinne.... ich werde es weiterhin versuchen.

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