Donnerstag, 8. April 2010

Vulkan ganz nah, der dritte Versuch

Gestern war Traumwetter (+3°C, kaum Wind) und deswegen habe ich beschlossen einen neuen Versuch zu wagen. Þormar nahm also einen fahrbaren Untersatz, Silke rief im richtigen Moment an, konnte sogar ihren Freund Bjarni animieren mitzukommen und so sind wir zu viert gestartet. Auf nach Þórsmörk! Die Fahrt verlief ruhig bis wir dann auf die Piste kamen, da machte einer der hinteren Stossdaempfer Zicken. Dies verschaffte uns eine ca. halbstuendige Verspaetung und zwei unplanmaessige Stopps. Um sechs waren wir dann in Básar und um halb sieben ungefaehr haben wir uns auf unsere Wanderung gemacht - immer im Hinterkopf "Bei Sonnenuntergang ist es am Schönsten". Leider geht die Sonne dort zur Zeit gegen halb neun unter und wir hatten noch gute zwei Stunden vor uns. Nach vielen Oooohs und Aaaaahs, wow - ist das eine geniale Aussicht, uaaah! das ist aber kniffelig zu klettern, shit ist das glatt, boah ist mir warm.... kamen wir der eigentlichen Sache immer naeher. Die Aussicht ueber das Tal in die Ebene hinein war unglaublich, man konnte bis zur Hellisheiði sehen - laesst sich kaum in Worte fassen und auch nicht auf Bilder bannen. Die Sonne ging langsam aber sicher unter und puenklichst! trafen wir auf der Mórinsheiði ein um den Lavastrom im Sonnenuntergang zu bewundern. Leider hatte zeitgleich mit unserer Entscheidung den Berg zu erklimmen, die erste Eruptionsspalte ihren Geist aufgegeben und so gab es nur einen Lavafall in die Hvannágil und die Hrunagil lag brach. Schade eigentlich, aber ich rechne ja schon mit irgendwelchen Abstrichen. (Beim ersten Mal das Wetter, beim zweiten Mal die neue Spalte und Raeumung, diesmal eben nur die Haelfte des Spektakels). Aber auch diese eine Haelfte ist ueberwaeltigend.... irgendwann waren auch die Hubschrauber und Flugzeuge weg und man konnte die Eruption pulsieren hören und die Lava fallen. Einfach unglaublich. Nach den zweieinhalb Stunden auf dem Weg nach oben waren wir uns einig, dass es sich gelohnt hat. Nach recht kurzer Pause oben (es wurde kalt und dunkel, wir waren verschwitzt und fingen an zu frieren) ging es wieder hinunter... der zweistuendige Abstieg entpuppte sich als ausgesprochen kniffelig an einigen Stellen, aber es ging gluecklicherweise alles gut. Was sehr schön zu sehen war, waren die ganzen anderen Wanderer auf den umliegenden Bergen. Man sah ueberall Stirnlampen flackern und Stöcke klappern. Erstaunlich viele Leute unterwegs mitten in der Woche.
Auf dem Rueckweg aus der Þórsmörk hatte die Hvanná dann erheblich mehr Wasser als beim Hinweg... aber der tolle Wagen hat es problemlos geschafft. Nach insgesamt etwas mehr als zwölf Stunden waren wir dann endlich wieder zu hause und sind ins Bett gefallen.

Aufgenommen bei einem der beiden unfreiwilligen Reparaturstopps, einmal Blick auf den Mýrdalsjökull und unten ist der Gigjökull, der vom Eyjafjallajökull abgeht.
Die Hvanná... fast trocken. Dies aenderte sich auf dem Rueckweg, als ca. die dreifache Wassermenge mit heftiger Strömung vorhanden und das Wasser rötlich-braun gefaerbt war.
Weg nach Básar, unserem Ausgangsort.
Wer findet den Wanderweg?Der Kattahryggur - Katzenruecken. An den Kletterstellen sind freundlicherweise Seile angebracht - leider war da keine Hand frei zum Knipsen.
Aussicht...
Zwischen Illihryggur und Mórinsheiði mit Blick auf den Fimmvörðurháls (ca. 700m hoch)
Sonnenuntergang aus ca. 700m Höhe
Angekommen auf dem Plateau (800m) - der Lavastrom in die Hvannágil
Faszinierend finde ich die schwarz-weiss Schattierungen der Asche und des Schnees...
auf dem Weg nach unten.... Rueckblick
und auf dem Heimweg gab es dann bei Selfoss noch Nordlichter. Leider war es schon fast wieder vorbei, als ich die blöde Kamera endlich auf dem Stativ hatte.

3 Kommentare:

  1. Sehr schöne Bilder! Danke!
    Was fuer ein toller Feuerfall!!! Trotzdem möcht ich da nicht zu nah ran he he...

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  2. Die Bilder sind so toll!
    Ich komme richtig ins Schwärmen!
    Danke!
    LG Antje

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  3. Michael Schneidt11. April 2010 um 12:22

    Tolle Bilder und Informationen. Hier bekommt man ansonsten nicht soviel mit. Ist sicher eine interessante Erfahrung in der Nähe des Vulkans.

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