Sonntag, 2. Mai 2010

Samstagsausflug

In den Zeitungen stehen immer nur die Schreckensmeldungen ueber den Vulkanausbruch. "Alle Wiesen unbrauchbar" - "Riesige Flaechen verwuestet" - "Asche-Monster!" .... Da ich den Medien fuer gewöhnlich nicht unbedingt ueber den Weg traue, nutzte ich den gestrigen Sonnentag um mir ein eigenes Bild von der "Katastrophe" zu machen.

Fazit: Es ist nur ein kleiner Teil der Gegend dort wirklich uebelst betroffen. Sechs oder sieben Höfe sind schlimm dran. Dort liegt die Asche mehrere Zentimeter dick auf den Feldern und den Weiden. Es faellt deshalb so extrem auf, weil die Haeuser bereits gereinigt sind und nun aus der trist-schwarzen Umgebung herausstechen. Bei den anderen ist zwar auch viel Asche gefallen, aber dort kommt bereits das Gras wieder durch. Es ist bestimmt nicht einfach fuer die Bauern weiterzumachen, aber es wird wieder. Ganz bestimmt.
Raufarfell, westlich von Skógar

Þorvaldseyri, der Bauer hier klagt zur Zeit am lautesten und will auch Pause machen mit der Landwirtschaft. Dabei hat es ihn nicht so dolle erwischt wie seine Nachbarn von Raufarfell. Wie man sehen kann kaempft sich bereits das Gras wieder durch die Asche.
Gestern wurde relativ viel Asche gespuckt, offensichtlich gelangte viel Wasser in den Eruptionskrater. Ich finde es sieht beeindruckend aus, aber das Ergebnis ist an vielen Stellen nur noch als "widerlich" zu bezeichnen. Die Leute, die es so schlimm erwischt hat tun mir wirklich leid. Der Wind wird die Asche den ganzen Sommer und vermutlich sogar laenger durch die Luft blasen.

Þormar und ich sind auch ins Fjlótsdal gefahren um den Ausbruch von der Nordseite zu beobachten. Dort fliesst ein Lavastrom unter dem Gigjökull (der Gletscherzunge) hinunter und schmilzt bei der Gelegenheit das Eis. Angeblich werden momentan ca. 50t !!! Lava pro Sekunde!!! gefördert. Bei solchen Dimensionen reicht die Vorstellungskraft nicht mehr aus.
Es war leider bedeckt an der Nordseite... Der Eyjafjallajökull
Die Dampfschwaden, die der Lavafluss verursacht.
Gigjökull mit der ehemaligen LaguneDie alte Bruecke ueber die Markarfljót. Sie hat die Flut ueberstanden und war die rettende Verbindung, da ja die alte Strasse weggegraben worden war. Hier ging der Notverkehr rueber, d.h. Krankenwagen, Milchauto und die Presse natuerlich.Diese Matschepampe blieb uebrig nachdem das Wasser wieder abgeflossen war. Es gibt aber auch Fruehlingsboten zu entdecken.... die "Winterblume" - Roter Steinbrech.

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