Sonntag, 28. März 2010

Vulkan ganz nah, der erste Versuch

Oben: Blick ueber den Gigjökull und seine Lagune vom Þórólfsfell aus. (alle Bilder kann man anklicken, um sie grösser zu sehen)

Am Donnerstag kam mir die Idee zu der Ausbruchsstelle zu laufen. Leider liegen zwischen dem Parkplatz und der Spalte 15km und fast 1000 Höhenmeter. All dies ginge ja bei schönem Wetter. Also rief ich Christiane an, die nach wenigen Sekunden erriet worauf ich hinaus wollte. Der naechstmögliche Termin - heute, Sonntag - wurde festgehalten, die "Muss-mit"Liste erstellt und es wurde sich gefreut. Freitag und Samstag wurden Trilliarden von Autos mit Menschen drin gezaehlt, die alle nach Fljótshlið reinfuhren um zu schauen. Busse, die abends Völkerscharen ankarren, damit auch diese gucken können. Gestern, Samstag, ergab es sich, dass Þormar aus arbeitstechnischen Gruenden in Hvolsvöllur uebernachtete und da ich ohnehin Sonntag ganz frueh wandern wollte, uebernachtete ich ebenfalls dort. Gegen halb elf sind wir noch nach Fljótshlið hineingefahren, nach der zweiten Furt nahm der Verkehr ein wenig ab, war aber weit davon entfernt als "ertraeglich" bezeichnet zu werden. Es ist allerdings erstaunlich wie gut sowohl ein "Yaris" als auch ein "Corolla", irgendein kleiner "Renault" und auch ein "Octavia" schwimmen können. Diese Autos haben wir alle nach! den ersten beiden Furten getroffen.... Naja, wie dem auch sei.... wir sind weit hinein gefahren, fast bis Emstrur. Dort hatte man trotz des unglaublich dichten Verkehrs eine grandiose Sicht auf den Ausbruch. Bei Mondschein... ganz romantisch. Der Mýrdalsjökull war beleuchtet von den Scheinwerfern der Jeeps und Motorschlitten und es schien auch dort oben reger Verkehr zu herrschen.
Aber wieder zurueck zum Wanderplan. Gestern abend wurde der Wanderweg, der von Skógar aus zur Eruptionsspalte fuehrt gesperrt, da der Wind sich gedreht hatte und nun die Asche genau auf den Weg blies und somit den Wanderern entgegen. Nicht gut! Heute morgen wurde er wieder freigegeben, aber vor dem Wetter gewarnt. Es sollten auf der Höhe von 800-1000m, also ungefaehre Zielhöhe, eine Normaltemperatur von -14°C herrschen und zu allem Ueberfluss ein Gegenwind von ca. 10-15m/s. Macht zusammen: Saukalt und unangenehm den Berg bei eisigem Gegenwind zu erklimmen. Am Vortag wurde ein junger Mann in Jeans und Turnschuhen oben auf dem Berg aufgegriffen, heute wurden mehrere Leute bereits auf dem Weg nach oben von anderen Wanderen gestoppt und einige Leute mit Unterkuehlung und Erschöpfung sogar ins Krankenhaus gebracht. Immer wieder wird explizit darauf hingewiesen, dass nur Leute mit entsprechender Ausruestung und Kondition den Aufstieg wagen sollen. Mit ausreichend Essen und warmem Getraenk, dick eingepackt, in vernuenftigen Schuhen und Kleidern. Interpretationssache.
Heute morgen haben wir dann fuer uns entschieden den Plan zu aendern und stattdessen auf den Þórólsfell (574m?) zu steigen, der Tag sollte ja nicht untaetig vergehen. Liegt im Fljótsdal, man kommt nicht an den Vulkan heran, hat aber eine tolle Aussicht ueber Þórsmörk. Die Wanderung hat ungefaehr 4 Stunden gedauert, hat uns dann auch gereicht, denn auch auf dieser Strecke wehte ein ausgesprochen frisches Lueftchen. Wenn der Wind sich wieder beruhigt hat, will ich aber auf alle Faelle einen weiteren Versuch starten. Entweder zu Fuss oder mit dem Motorschlitten.

Zum besseren Verstaendnis (Quelle: www.nat.is)
(Nr. F261 sind wir bis fast zum Schluss gefahren, am Fimmvörðuháls in Richtung Þórsmörk befindet sich die Eruptionsspalte, auf den Þórólfsfell sind Christiane und ich heute geklettert)

Dieser Vulkanausbruch ist fuer einige die Lizenz zum Gelddrucken.
Tour mit dem Motorschlitten: 300€ - Dauer ca. 2,5Std. - Anreise auf eigene Faust. Mit Transfer im Super-Jeep: ca.460€
20minuetiger Helikopterflug: ca. 270€
Superjeepfahrt zum Helikopter und Flug ca. 580€
Abendtour zum "von unten ein wenig den Vulkan leuchten sehen" ca. 60€

Man kann angesichts der grossen, randvollen 75Mann Bussen eigentlich nur den Kopf schuetteln, denn vom Parkplatz aus kann man nicht einmal ermessen wie genial das ist. Leider braucht man fuer diese Strasse spezielle Busse bzw. einen guten Jeep.
Andere Zahlen bringen auch zum Schmunzeln.... Gestern waren 5000!!!!! Menschen an der Ausbruchsstelle, unglaublich viele Flieger in der Luft. Zwischen Mitternacht und 6Uhr in der Frueh sind 2600 Autos durch Hella gefahren.

So sah es gestern abend auf der F261 aus (Bild: Sigurður Bogi, Quelle: mbl.is)


Hier nun einige meiner Bilder von gestern abend und der heutigen Wanderung - ich bin immer wieder begeistert wo mein tolles Auto mich immer wieder bringt. Wenn ich wieder ein wenig ausgeschlafener bin, werde ich auch noch die Restlichen hochladen.

Aussicht - unten kann man den Wagen sehen.
Blick ueber Þórsmörk, wo man leider nicht reinfahren darf. Die Strasse ist sogar bewacht.
Blick vom Gipfel auf die Ausbruchsstelle. Die Dampfwolke war gerade erst aufgetaucht, es ist ein weiterer Lavafluss in die Hrunagil geflossen und dort auf Wasser und Schnee getroffen.

Der Vulkan hat sogar seine eigene Webseite... da sind immer mal wieder Neuigkeiten drauf.
Guckst Du hier

2 Kommentare:

  1. ... kein Wunder, dass ich euch nicht vor der webcam "fimmvorduhalsi" habe rumhuschen sehen, habe dafuer aber einige andere "einseitige" Bekanntschaften an dieser Stelle gemacht :-), bis der Wind drehte.
    Ach wie gerne wuerde ich bei 14° MINUS und 15m/s Wind mit euch frieren ...

    LG und viel Erfolg beim naechsten Versuch
    Kirstin

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  2. Tolle Bilder und netter Bericht! Danke! :-) L Gr
    Sonja

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