

Was mir in jedem Jahr auf's Neue auffaellt ist, dass hier Fasching eigentlich nicht gefeiert wird. Nicht, dass ich es vermissen wuerde.Es gibt eine Woche vorher den sogenannten "Bóndadagur" - Maennertag. In den letzten drei Jahren war an diesem Tag der Treibstoff erheblich billiger - in diesem Jahr wurde dies grosszuegig vergessen.
Dann kommt die Woche drauf der "Konudagur" - der Frauentag. Hier gibt es dann immer Blumen im sogenannten Sonderangebot.
Dann kommt der "Bolludagur" am Rosenmontag. Bollur sind eigentlich aufgeschnittene Windbeutel mit (meistens) Rhabarbarmarmelade bestrichen, geschlagene Sahne drueber, zugeklappt, Schokoladenguss drauf und rein damit. Ich persönlich finde das schlicht und ergreifend furchtbar suess! Denn die isl. Rharbarbarmarmelade wird solange mit Zucker verruehrt und gekocht, bis es zu einer braunen, klebrigen Masse geworden ist. Diese wiederum steht immer auf dem Tisch und wird bevorzugt zu ALLEM gegessen. Wenn man sich mal daran gewöhnt hat, ist das wirklich lecker. Andere "Bollur" sind auch erhaeltlich, meine Baeckerei macht beispielsweise sehr gute Krapfen oder Berliner - wie auch immer.
Am Faschingsdienstag ist hier "Sprengidagur" - Uebersetzung faellt mir dazu keine ein, vielleicht am ehesten "der Tag, an dem man platzt". Da gibt es traditionell Salzfleisch mit gelben Bohnen bzw. Linsen, Steckruebe und Kartoffeln. Man könnte meinen, dass es wirklich nur an diesem einen Tag im Jahr Salzfleisch gibt. Ueberall gibt es Angebote, im Radio wird darueber berichtet etc.
Am Aschermittwoch, dem "Öskudagur", dann... ja dann verkleiden sich die Kinder und gehen fuer Suessigkeiten singen.
Die wissen hier nicht, dass am Aschermittwoch doch schon alles vorbei ist....
Sprengidagur = der Tag, an dem man Platz *kicher* DIE Übersetzung gefällt mir noch am besten ;-))))
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